12.September 2015

Wie jedes Jahr ließ sich der Schwalbe-Vorsitzende Norbert Stemmer zum Ausflug seiner Jugendleiter etwas Besonderes einfallen: „Wir gehen in diesem Jahr über die Wupper…natürlich ohne dabei Schaden zu nehmen." Im ursprünglichen Sinne wurde man vom Leben zum Tode befördert, wenn man z.B. von der Gerichtsinsel abgeurteilt über den Fluss zur Vollstreckung ging oder schon im Sarg zur Beerdigung die Seiten wechseln musste.

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Natürlich ist nur noch der Spruch aus alter Zeit übrig geblieben, obwohl der Schwalbe-Chef im Laufe der Tour einmal gefühlt ganz nahe an der Schwelle stand. Aber davon später.

Im Transporter versammelt machten sich insgesamt sieben Jugendleiter/innen aus den Bereichen Radball, Kunstfahren und MTB auf den Weg ins schöne Bergische Land an die Wupper. Nach einer Frühstückspause in Witzhelden war es nicht mehr weit zum Wupperhof. Dort war der Kanu-Touren-Treff von Thomas Becker, einem ehemaligen Weltmeister seiner Zunft. Circa ein Dutzend Kanus wurden zu Wasser gelassen und eine große Gruppe machte sich mit Führung auf den Weg flussabwärts. Auch für die Schwalben war das Flussbett nicht das gewohnt Terrain. Im recht niedrigen Wasser war die Schwimmweste eher zur Beruhigung, aber die 3er bzw. 4er Besatzung muss schon aufpassen, um den Kahn nicht zum Kentern zu bringen. So lange der Steuermann achtern seinen Job richtig machte, konnte man das Dahingleiten sogar genießen.

Einmal zwang eine Staustufe zur Pause und Boots-Umleitung über Land. Das war ein äußerst idyllisches Plätzchen, denn auf der anderen Uferseite war der Wipperkotten zu sehen, einer der wenigen erhaltenen Messer- und Scheren-Schleifereien. Nach Ende der Kanufahrt in Leichlingen wurden die jeweiligen Fahrzeugführer zum Ausgangspunkt zurückgebracht und auch Norbert Stemmer sammelte sein Grüppchen wieder ein. Die zuvor genannte Schleiferei Wipperkotten / Solingen war dann gleich das nächste Ziel. Eine interessante Führung ließ das frühere, harte Schleiferleben angesichts der erhaltenen Wasser-Antriebsräder und der vielen rotierenden Schleifscheiben auferstehen. Herbert Loos, Scherenschleifer seit über 40 Jahren, zeigte Proben seines Könnens. Im Museums-Laden konnten Erzeugnisse echter Handwerkskunst erworben werden. Der Museumsführer Schrage hatte nebenbei noch eine bedenkenswerte Wupper-Information: „In den letzten 30- 40 Jahren wurde aus der stinkenden Abwasser-Kloake wieder eine lebensreiche Wupper.“

Nächstes Ziel der Reise war Schloss Burg in Burg-Wermelskirchen. Um Zeit zu sparen, ging es per Seilbahn vom Parkplatz zur Burg hinauf…natürlich wieder über die Wupper hinweg. Diese doch recht steile Auffahrt im klapprigen Sitzgestell geriet für den Vereinsboss Stemmer zur Gefühls-Folter, ganz zu schweigen von der anschließenden Talfahrt mit freiem Blick in die Tiefe und in den Fluss. Die Burganlage derer „Von Berg“ entschädigte für die Tortur. Es wurde klar, warum dieser Ort ein Publikumsmagnet im Bergischen Land ist. Die Wupper-Reise der Oelder Radsportler durfte natürlich nicht  zu Ende gehen, ohne mit dem weltbekannten Gefährt über die Wupper zu fahren, der Wuppertaler Schwebebahn. An der Anfangsstation in Oberbarmen wurde eingestiegen und los ging es. Was für Schwalbe-Touristen ein tolles Erlebnis war, ist für die Einheimischen eine ganz normale und nützliche Angelegenheit.  Nach dem Umstieg in der Zoo-Station ging es bis Ohlingsmühle zurück. Ein Abstecher in die Fußgängerzone führte zum Imbiss ins Restaurant „Wurstfabrik“. Zu einem Bierchen im Wuppertaler Brauhaus in den Räumlichkeiten der alten Badeanstalt reichte es nicht mehr. Der einsetzende Regen trieb die Gruppe zurück in die Schwebebahn und dann mit dem Transporter zurück nach Oelde. Die einhellige Meinung lautete: „Das schöne Bergische Land, so nah und doch so unbekannt, da müssen wir mal wieder hin…alleine schon zum Kauf eines echten Solinger Messer-Sets.“

 

 

 

Samstag, 20. Juni

Der Hermann ruft:

„Schwalben“ auf Besuch bei gefiederten Freunden im Teuto

Schwalbe-Jugendausflug 2015 in den Teuto: Mit Schwalben in den Baumkronen, mit Papageien auf den Schultern und Kopfeinziehen beim Adler-Anflug.

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Seit 26 Jahren organisiert Schwalbe-Boss Norbert Stemmer höchstpersönlich die Vereins-Jugendausflüge. In diesem Jahr hatte er sich eine besondere Zusammenstellung einfallen lassen. Es ging mit dem Bus in den Teutoburger Wald zum Hermannsdenkmal. Nach der Begrüßung durch den Cherusker-Fürsten begab sich die Schwalben-Schar zum naheliegenden Kletterpark. Nach den intensiven Sicherheitseinweisungen, dem Anlegen des Klettergeschirrs und erstem zaghaften Abheben vom Erdboden  eroberten sich die Schwalben ihr Reich in den Baumkronen. Eine gute Portion Wagemut gehört dazu, sich in luftiger Höhe auf extrem abenteuerlichen und wackligen Pfaden von Station zu Station weiter zu bewegen. „Swallow chief“ Stemmer hatte dankend abgewunken und betrachtete mit der Gruppe der Jüngsten das Geschehen von unten. Um einer Langeweile vorzubeugen, machten sich diese Bodenflügler auf den Weg zum 2 km entfernten Vogelpark. Dort warteten sehr viele exotisch gefiederte Freunde  auf sie. Am allermeisten Spaß machte es, einige Papageien  auf dem Arm, Schulter oder Kopf halten zu dürfen. Dabei waren die bunten Vögel mit einer Weintraube oder Nuss im Schnabel beschäftigt, so dass sie nicht auf die Idee kamen, die Ohrläppchen anzuknabbern. Nach einer ordentlichen Spielrunde ging es leicht bergauf  zurück zum Hermann, wo sich die Kletter-Schwalben gerade mittels Seilbahn zu Boden gleiten ließen. Der Bus brachte die Vereinsjugend dann zur Adlerwarte in Berlebeck.    

Eine Vielzahl von Greifvögeln aus der ganzen Welt waren dort zum Greifen nahe: Der Weißkopf-Seeadler aus Amerika, „El Kondor“ aus den Anden, Geier aus Afrika und natürlich viele „Majestäten der Lüfte“ aus der Heimat. Der Abschluss-Höhepunkt des Tages stand um 15 Uhr auf dem Programm: Die Flugschau mit frei fliegenden Adlern. Die Falkner haben daraus eine Vogel-Show bester Güte kreiert. Die Bühne liegt direkt an einem Abhang, wo die Tiere ins Tal abtauchen, um sich dann wieder herauf zu schrauben. Adler sind Segler und mögen ihre großen Schwingen kaum bewegen. Beim Anflug auf den Futterhandschuh des Falkners mögen sie auch nicht auf die Köpfe der Zuschauer achten. Oft genug heißt es „volle Deckung, er kommt von hinten“. Dann kann es leicht sein, dass trotzdem bei einer Hochsteckfrisur der Scheitel neu gezogen wird, denn die Füße oder auch Fänge genannt, sind vorschriftsmäßig ausgefahren und visieren nur den Landeplatz an, die kleinen wuscheligen Hindernisse werden vom „Radar“ nicht erfaßt.

Entgegen ihrer Majestät Steinadler sind die kleineren Falken atemraubende „Düsenjäger“ und Flugkünstler, die sich die Fleischstückchen im Flug packen oder im Sturzflug hinterher jagen.  Und dann sorgte noch der Gaukler, ein prächtiger schwarz-roter Schlangenadler aus der Sahara für Lachsalven, als er mehr taumelt und ungelenkt zur Landung ansetzte. Dann ging ein Schwalbe-Ausflug bester Güte zu Ende.

 

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