1920 Wie alles begann !

Wir versetzen uns zurück ins Jahr 1920. Das ganze Jahr über war man drauf und dran, die Oelder Zweiradfreunde auch offiziell unter ein Dach zu vereinen. Die Ur- Schwalbe Anton Eversloh hatte schon einige Zeit die Werbetrommel gerührt. Mit Willi Mense hatte er einen aktiven Rennfahrer an seiner Seite. Er gewann auch Leute, die noch gar keinen Drahtesel besaßen, aber dafür zum Beispiel ein Musikinstrument spielten. Oder andere, die Geselligkeit und Gemeinschaft suchten. So gab es von Anfang an die drei großen Tugenden SOS, die den Verein über alle Jahre halfen: Sport, Organisation, Spaß.


In Oelde waren bereits die Turnväter „Jahn“ des Jahrgangs 1892 und die fußballspielenden Nullneuner vom SCO aktiv. Als weiteres  hervorragendes Sportgerät setzte sich das Fahrrad durch, dessen technische Entwicklung von Anfang 1800 bis 1888 manch bizarre Form durchlief und schon mit dem gültigen Prinzip von heute endete. Mit dem Velociped hatte man schon unzählige Rekorde aufgestellt. Überall sprossen Radsportvereine aus dem Boden. Die Namen zeugen von der Epoche nach 1900: Taube, Möwe, Sturmvogel, Adler oder Falke. Es war höchste Zeit für eine „Schwalbe“, der schnellen und wendigen Königin der Lüfte. Im damaligen Westfälischen Hof war es dann am 12. Dezember soweit: Neben Anton Eversloh und Willi Mense waren ca. 30 Sportsmänner erschienen. Dazu gehörten z.B.: Lorenz Beck, Hermann Niehüser, Josef Flaßkamp aus Lette und Kaspar Hackelbörger. Die Aufzeichnungen von den ersten Vereinsaktivitäten sprechen vom : Tanz im Schützenhof, Theater und Tanz im Zentral-Hotel Engbert, Tanz bei Niermann in Stromberg. So standen die holden Gattinnen und „Belladonners“ nicht im Abseits.


Dann musste das unvermeidliche Vereinsbanner her. Der Sportsmann samt Rad und Siegerkranz im Zeichen der Schwalbe. Das Tuch stiftete das Textilgeschäft Weinberg und der Kunstmaler Adolf Beck sorgte für die Darstellung. Die Bannerweihe fand im Juni 1923 statt. Der erste Schicksalsschlag blieb nicht lange aus. Willi Mense schloss sich einer Auswanderer- Gruppe nach Amerika an, fand dort aber schon ein Jahr später den Tod durch Ertrinken. Doch die Räder drehten sich weiter. Straßenrennen waren enorm populär. Die wenigen Auflagen machten es möglich, auch in kleinen Orten etwas auf die Beine zu stellen. Der langjährige Oelder Traditionskurs „Rund um den Wuortelpott“ , Lindenstraße, Bultstraße , wurde begründet. Im damaligen Schützenhof tummelten sich die Saalsportler um Hermann Leweling, Rudi Aelker, Reinhold Festge, Walter Bewerungen, Theo Holtkötter. Improvisation war Trumpf. Mit selbst-geschusterten Vehicel wurde Geschicklichkeit geübt. Jupp Kleinhaus und Lorenz Beck beschäftigten sich mit mit etwas ganz anderem, natürlich auch rund ums Rad. Aber davon erzählen wir später.


Namen 1923: Anton Eversloh, Bernhard Westarp, Willi Mense, Josef Pötter, Theodor Edelkotte, Heinrich Koker, Bernhard Hellweg, Arnold Weber, Josef Kleinhaus, Josef Flaskamp, Anton, Karl und Theo  Thumann, Kaspar Heiseler, Ferdi Behrens, Johann Illies, Heinrich Stricker, Heinrich Brieler, Georg und Heinrich Tippkemper, Stefan Behrens, Bernhard Vennewald, Ludwig Schulte, Bernhard Pötter, Anton Mense, Kaspar Hackelbörger, Hermann Schalück, Lorenz Beck, Willi Stücker, Franz Lakenbrink, Willi Westarp, Anton Leweling, Heinrich Heilmann, Bernhard Mühlenstroth, Heinrich und Bernhard Schwermann, Heinrich Behrhorst, Christian Klodt, Konrad Schlebrügge, Bernhard Middelkötter, Karl Moormann, Bernhard Elbracht, Bernhard Ostkamp, Anton Edelmeier, Stefan Heilmann, Stefan Krumtünger, Josef Mühlenstroth, Heinrich Gretenkort, Anton Junkerkalefeld, Arnold Biermann, Anton Vollbracht, Hermann Rabener, Heinrich Behrens, Anton Saamen, Klemens Rasche, Konrad Röttger, Ludger Pott, Bernhard Jasper, Max Rathke, Franz Wezek, Anton Probst.

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