Die 90erJahre: Weichenstellung für 2000

Radsport bleibt Randsport /  Schwalbe bleibt Trumpf ! / Weichen werden gestellt.

Mit dem 1.Vorsitzenden Dieter Westphal ging es ins letzte Jahrzehnt vor der Jahrtausendwende.  Auf der JHV 1990 sprach man von 100 Mitgliedern, einer Größenordnung „wie immer“, die sich etwas später mit den neu hinzu gekommenden Tourenfreunden deutlich nach oben entwickeln sollte. Der „frische“ Tourenwart Heinz Dieter Schomakers berichtete von ersten Erfolgen: Hans Jürgen Schädel holte die ersten RTF- Punkte und Karl Kermer aus Lette hatte ein Zeitfahren im Kreis gewonnen. Dieter Westphal fand lobende Worte für die „Schwalbe des Jahres“ Norbert Stemmer , der sich als Pressewart, Jugendbetreuer und Organisator einen Namen gemacht hatte. Das einzige Manko war ein Zeit- typisches Thema: Für den zurückgetretenen Radball-Jugendtrainer Herbert Overbeck konnte kein Nachfolger gefunden werden. Schürmann/Westerbeck sprangen als Übergangslösung in die Bresche.

1990, also zum 70. Schwalbe- Geburtstag,  sprach der Verband den Oeldern als „Highlight“ den Länderkampf Deutschland – CSSR zu. Als kleines Zeichen des politischen Wandels in Europa änderte sich das Länderkennzeichen in „CSR“ um, das „S“ für Sozialismus entfiel. Eine einmalige Konstellation von alten und zukünftigen Weltmeistern traten auf: Die Gebrüder Wille aus Münster, die Gebrüder King und die Steinmeyer-Zwillinge aus Lieme. Von den 18fachen Radball-Weltmeistern Jan und Jindrich Pospisil aus der Tschechei war Jindrich als Trainer der Schützlinge Berger/ Kratochvil und Jan Pospisil (jr.) mit Milos Hradecky an Bord. Beim Kunstfahren war der Weltmeister Harry Bodmer verhindert, aber Kurt-Jürgen Daum sorgte für die Höhepunkte. Deutschland siegte. Ein Vereinsausflug  mit „Kutschfahrt in der Heide“ führte nach Celle,  Haverbeck und am zweiten Tag zum Vogelpark Walsrode. Die Öffnung des Tores nach Osten ermöglichte den Radballern eine erste denkwürdige Turnier- Reise über Eisenach, Jena, Dresden, Hoyerswerda nach Wiednitz. Noch exotischer traf es Siegfried Westphal mit Gattin Thea 1993, als sie den WM- Tross nach Hongkong folgten. Siegfried war zu dem Zeitpunkt auf dem Weg zu einem „Super-Funktionär“ im Verband. Er war Bundesliga- Schiedsrichter ( diesen Status erreichte später auch Bernhard Rose), und Leiter der  obersten Liga. Übrigens verlor Radball-Deutschland in Fernost den WM-Titel  an die Schweizer Eidgenossen.

Im Mai 1991 wurde der Vereinsgründer „Tönne“ Eversloh 95. Es war an der Zeit für ein großes Vereinsfoto auf dem Schulhof vor der Overberghalle. Die Straßen-Trikots in neon- rosa brachten Farbe aufs Bild. Dieses erhielt der Ehrenvorsitzende als Geschenk. „Schwalbe“ war und blieb bis zuletzt sein Lebensmittelpunkt. Die Beine machten irgendwann auch auf dem Heimtrainer nicht mehr mit, aber sein Verstand produzierte ständig neue Ideen. Bei Stemmer’s in Lette hieß es dann: „Norbert, du sollst den Alten zurückrufen“. Am 7. Okt. 1993 ( geb. 31.5.1896) verstarb Anton Eversloh 97jährig. Er war 73 Jahre im Verein, davon knapp 40 Jahre Vorsitzender. Als letzte „Vor-Kriegs- Modelle“ rückten Josef Birwe und Heinz Schürmann auf die Ältesten- Plätze.

Die Tourenfreunde kamen bei den Schwalben schnell ins Geschehen. 1990 wurde als Premiere eine RTF- Veranstaltung vom Hallenbad aus, mit einer 30km und einer 60km- Strecke durchgeführt. Günter Rolf wurde für einige Jahre 2. Vorsitzender. Etliche Sommerfeste auf dem Hof von Heinz Laukötter in Wadersloh ließen die Mitglieder in Spaß und Geselligkeit zusammen rücken. Kult-Status erreichten die Fuchsjagden zum Beispiel im Geisterholz-Revier, es gab im Sommer Pättkesfahrten, eine große Maifahrt, im Herbst den Kegelabend bei Hölschers. Das Volksradfahren erreichte mit 500 Teilnehmern 1992 auf dem Geisterholz-Parkplatz seinen Höhepunkt. Nach dem Gesetz vom „Kommen und gehen“ wurde das eine oder andere später aus dem Programm genommen. Das Volksradfahren zog als Wiederbelebung mit Start und Ziel in die City, zum Johenningplatz und die Tour wurde in andere Richtung Möhler verlegt.

Das 75-Jubiläumsjahr in 1995 war mit Ereignissen reichlich ausgefüllt. Den Vorstand bildeten: Dieter Westphal (1.Vors.), Günter Rolf (2.Vors.), Karl-Heinz Gössling ( Kassierer) , Heinz Josef Schürmann, Heinz Dieter Schomakers, Siegfried Westphal, Karina Teckentrup, Willi Westerbeck, Heinz Laukötter, Norbert Stemmer (Beisitzer, Pressewart, ab 96 2. Vors.). Karl-Heinz Gössling  (einmal mehr eine Großtat des Vereins- Vordenkers und Organisators) und Siegfried Westphal stellten mit vielen Helfern eine Großveranstaltung auf die Beine, bzw. Räder: Die Junioren-Hallenradsport- Europameisterschaft in der Oelder Sporthalle am Hallenbad mit großem Festzelt vor der Tür. Die Deutschen sahnten kräftig ab: Gold im Kunstfahren holten Astrid Ruckabele, Martin Rominger, Rösner/Müller im 2er. Im Radball siegten Beismann / Hinkel.
Auf dem Fest-Kommers im Bürgerhaus war der Bürgermeister Hugo Terholsen , der Verbands-Präsident Hubert Rosiejak und eine große Schar Radsportfreunde zu Gast. Ewald Saamen wurde zum Ehrenmitglied ernannt und füllte die Ehrenriege mit Josef Birwe und Heinz Schürmann auf. Norbert Stemmer erhielt die NRW- Verdienstnadel. Als Groß-Aufgabe hatte er die Schwalbe-Chronik „ Auf 2 Rädern durch die Geschichte“  zusammen getragen und das EM-Logo erdacht.
Die Tourenfreunde sorgten ebenfalls für eine Premiere mit der 1. Großen RTF- Veranstaltung mit Start-Ziel Theodor-Heuss-Schulhof und einem Streckenangebot mit 44, 74, 111 km. Stellvertretend für eine große Helferschar sei hier der Pfadfinder Manni Möller, Herbert Stövesand, Peter Winkelnkemper, Karl Kermer, Axel Becker und Norbert Hochstetter  genannt.  Ein Regenwetter ließ die Erstausgabe mit100 Teilnehmern „ins Wasser“ fallen. Aber schon ein Jahr später schnellte die Teilnehmerzahl auf 413 hoch, die 150km Schleife kam hinzu. Heinz Laukötter entwickelte sich zum Tour-Chef. Die „Oelder Schwalbentour“  wurde nicht zuletzt auch Finanz-Basis des Vereines.

Mit einer kleinen Geschichte am Rande verlassen wir das Jubel-Jahr 1995: Als Norbert Stemmer vor der Overberghalle aus dem Kofferraum den Verkauf der Vereins-Chronik startete, gesellte sich ein alter Herr dazu und stellte sich als Stefan Brüggenkamp vor. Er hatte ein Vereinsfoto mit ihm aus den frühen Jahren in der GLOCKE entdeckt. Er war Rennfahrer gewesen und hatte viel zu erzählen. 1935 begleitete er das Schwalbe-Radball-Team zur Deutschen Meisterschaft nach Erfurt. Norbert Stemmer erhielt von ihm einige Fotos aus der Zeit.

Im Telegramm- Stil geht die Sichtung der Chronik weiter: Im Juni 1997 heirateten Norbert Stemmer und Karina Teckentrup / Risse. Im Herbst diesen Jahres wurde eine „Initiative für Radball“ gestartet und das November-Turnier überarbeitet, um bei schwindender Zahl von Aktiven wenigstens den Samstag als Turnier-Veranstaltung längerfristig zu halten. Zeitgleich wurde der Vereinsabend bei Bäumkers  eingeführt. Unvergessen der Boogie-Woogie auf dem Parkett von Jupp Birwe mit Renate Gottwald (Westhoff).  1998 geriet wieder zu einem Super-Jahr: Maifahrt zu Kickut’s in Greffen, Vereinsausflug nach Marburg und zum Edersee, mit Übernachtung und Landsknechtgelage. Heinz Schürmann wird 80, der Kegelclub der Spielerfrauen „Die Montags-Schwalben“ feiern 15jähriges Bestehen, Stemmer designt einen Wimpel für die Damen für ihre Helfer-Dienste bei den Turnieren und die neue Schwalbe- Grußkarte, die Vereinsstruktur wird modifiziert: Die Abteilungen werden mit weitgehender Eigenständigkeit und Verantwortung installiert, Abteilungsversammlungen starten.

1999 endet das Jahrtausend mit einem Generationswechsel. Dieter Westphal trat als 1. Vorsitzender zurück. Er blickte auf stolze 40 Jahre Vorstandsarbeit zurück, 30 Jahre Kassierer und 10 Jahre Vorsitzender. Norbert Stemmer übernimmt das Ruder und wird neuer „V1“. Er holt sich Jörg Gössling als „V2“ an seine Seite und ein Jahr später übernimmt Torsten Köchling das Kassiereramt von Karl Heinz Gössling. Als Abteilungsleiter bleiben: Heinz Josef Schürmann, Karina Risse, Heinz Dieter Schomakers. Beisitzer waren: Siegfried Westphal, Heinz Laukötter, Jacek Boron, Philipp Pott (Sozialwart).  Erste angenehme Pflichten für den neuen „V1“ waren die Ehrungen von Sabine Hakenholt (Westphal) (25Jahre Mitgliedschaft). Schon 50 Jahre dabei waren: Ewald Saamen, Heinz Kersting („Perle“), Heinz Zudrop und Heinz Kottenstede. Die letztgenannten ehemaligen Wanderfahrer wurden als „Ratzke und Molch“ im weiten Umkreis bekannt. Alle zusammen waren sie die Männer der ersten Stunde der Nach-Kriegs- Geschichte. Länger dabei waren nur Jupp Birwe (1930) und Heinz Schürmann (1935).

Bevor die Jugendarbeit und die Abteilungsgeschichten des Jahrzehnts skizziert werden noch zwei Nachträge 1999: Norbert Stemmer organisierte erneut einen Vereinsausflug. Dieses Mal ging es in Richtung Norden nach Edewecht (Besichtigung der Oldenburger Milch e.G.). Herbert Overbeck hatte hier von Westfalia aus seine Beziehungen spielen lassen und die nicht ganz so große Gruppe wurde bestens empfangen. Im Konferenz- Zimmer bei der Begrüßung klingelte dann das Handy des Busfahrers Heinz Bussieweke. Für eine Lachsalve sorgte seine Antwort:“Ich kann jetzt nicht, ich bin in einer Sitzung“. Die dabei waren,  werden den weiteren schönen Tag in Bad Zwischenahn mit Seefahrt auf gleichnamigem Meer nicht vergessen. Nach dem reichhaltigen Abendessen im Ohrweger Krug ging es nach Hause, eintreffend gegen 23 Uhr.

Der zweite Nachschlag betrifft den bereits erwähnten „Super-Funktionär“ Siegfried Westphal. 1999 erhielt er die BDR- Verdienstnadel. Zur Aufzählung seiner Verbands-Ämter reichen die Finger von zwei Händen nicht aus, als oberster Schiedsrichter hatte er beispielsweise mehr als 2000 Spiele geleitet. Im Verein war er von 1956 – 1977 aktiver Radballer, in den Bereichen 1960- 1977 auch Sport- und Jugendwart, später auch Beisitzer im Vorstand. Seine besondere Leistung war die Vereins-Kartei und Verwaltung, die er als Computerfreund im Alleingang aufbaute.

Die Jugendarbeit der 80er und 90er Jahre war eine Existenzfrage für den Hallenradsport in Oelde. Radball und Kunstfahren sind Sportarten, die Durchhaltevermögen und Leistungsbereitschaft erfordern. Das rangiert im reichhaltigen Sport-Angebot bei den Kindern weit hinten. Werbung tat not. Schon 1987 stieg ein Team „OST“ in das Thema ein: Overbeck-Stemmer-Teckentrup. Zeitungsartikel, Handzettel-Aktionen, Schul-Aufführungen … alle Register wurden gezogen. Zur negativen Spitzenzeit hielt Herbert Overbeck das Jugendtraining mit nur einem Schüler aufrecht (Jörg Bredenhöller). Aber der Aufwand zündete, Ende der 80er ging es beim Kunstfahren aufwärts, bei den Radballern kam erst ca. 1992 Leben in die Bude. Norbert Stemmer wurde zum „Motor“ der Jugendarbeit allgemein und organisierte unter anderem  jährliche Ausflüge. 1989 ging es als Premiere zu den Burg-Spielen nach  Lüdinghausen und Schloss Nordkirchen. Legendär der Tripp in 1990 mit Ziel WDR „Hollymünd“ in Köln-Bocklemünd. Die „Schwalben“ spazierten auf der bekannten „Lindenstraße“ und kamen in der Fernseh-Show mit Gaststar Jürgen Drews in deutsche Stuben.

Unvergessen bleibt die Irrfahrt zum Wildpferdefang in Dülmen (92) , die Busreisen zum Fort Fun, zu Winnetou und Co. nach Elspe , usw. Mit der erhöhten „Spaß-Rate“ kam der Erfolg in die Halle zurück. Es gelang, aus den eigenen Reihen Jungen und Mädchen als „Co-Trainer/innen“ zu halten.

Zur Jahrtausend-Wende erreicht die Jugendarbeit  einen Höhepunkt. Die Sport-Jugend NRW im Landessportbund bot einen Wettbewerb „Kinderfreundlicher Sportverein“ an. Auf Anraten von Siegfried Westphal wagten die Schwalben eine erste Teilnahme. Das Experiment gelang, in Duisburg konnten Siegfried Westpahl, Karina Risse und Heinz-Ulrich Voßhans, der seit 1997 zum engeren Kreis der Jugend-Aktivisten gehörte,  eine Urkunde entgegen nehmen. In 2000 wurde dieser „Faden weiter gesponnen“.

Die Geschichte des Kunstradfahrens in Oelde setzte sich klein aber fein fort. Dazu steigen wir hier im Jahre 1988 ein. Nach etlichen Jahren hat die frisch gebackene Trainerin Karina Teckentrup den Mut, die Bezirksmeisterschaft nach Oelde zu holen. Unterstützung findet sie bei Sabine Westphal, Renate Gottwald, Heinz Lange, Norbert Stemmer. Die erste „Kükenschar“ werden Karina Risse (Teckentrup) und Norbert Stemmer, der ihr stets zur Seite stand,  nicht vergessen: Britta Manefeld, Christina Kreimer, Petra Pollmeier, Silke und Corinna Everszumrode, dann Maike Richte, Julia Wiehn, Carolin Plugge, Simone Pongritz, Nina Schürmann, Anja Klostermann.  1992 nehmen rekordverdächtige 14 Starterinnen an der Vereinsmeisterschaft teil. Titelträgerin wird Silke Everszumrode vor Britta Manefeld , die später erfolgreich sein wird. Beste Nachwuchs-Fahrerinnen sind: Stefanie Nienhaus vor Schwester Kerstin und Julia Niemeyer.  1993 holt Christina Kreimer auf der Bezirksmeisterschaft einen 4.Platz mit 225 Rekord-Punkten für Schwalbe. Auf der Bezirksmeisterschaft 1995 sind die Älteren nicht mehr dabei. Das neue Team: Sabine Nopto, Ann-Christin Gildehaus, Anne Schumacher, Andrea Vennewald, Eva Schürmann, Stefanie und Kersten Nienhaus, Julia Niemeyer, Marion Gröne, Nadine Zummersch, Corinna Höhne, Doris Löher.  1996 wird die kleine Sabine Nopto Zweite bei den C-Schülerinnen, 1997 holt sie endlich wieder einen Bezirksmeister-Titel nach Oelde. Der Name Claudia Bittner taucht auf der Starter-Liste auf.
Im Verein sind in der zweiten Hälfte der 90er Jahre Steffi und Kerstin Nienhaus einsame Spitze.  Steffi schraubt 1996 den Vereinsmeister- Rekord auf 229 Punkte hoch.  Neue Namen: Sabrina Grützner, Jennifer Nienhaus, Julia Vennewald, Britta Schweins, Katharina Zellerhoff. 1998 begleiten Teckentrup / Stemmer  die ganze Nienhaus- Familie zu Vaters Heimatdorf Epe. Die 3 Nienhaus-Mädels zeigen Kunstfahren in der Fußgänger- Zone. Vom „Lohn“ wird der Fleiß-Pokal angeschafft, der noch heute ausgefahren wird.

Auf der Bezirksmeisterschaft 99 gibt es Titel-Tränen-Temperamente. Punktabzüge treiben einigen Mädels das Wasser in die Augen, Erfolg und Misserfolg liegen nahe beieinander.  Titel und GOLD holt Anne Schumacher, SILBER gibt es für Andrea Vennewald, BRONZE für Sabine Nopto.
Auf der Vereinsmeisterschaft 99 gibt es eine Ablösung, Karina Risse unterbricht ihren Mutterschafts- Urlaub . Kerstin Nienhaus übernimmt als erste Co-Trainerin auch die Vereins- Krone mit 232 Punkten von Schwester Steffi.  Diese war zuvor 4x Titelträgerin geworden. Den Fleiß-Pokal holt sich Lydia Nölle mit 222 Punkten. Von ihr wird es noch viel zu lesen geben. Weitere Neue sind: Lioba Langer, Nathalie Lehrmann, Marie Weißen, Vanessa Flamme, Julia Hecker, Inken Rauch. Andere sind längst nicht mehr dabei. Die Verweilzeit im Verein liegt im Schnitt bei 5 Jahre. Aber es bilden sich auch einige „Stützen“, die die Abteilung weiter tragen.

Die Radball- Geschichte der 90er ist kann sich ebenso sehen lassen. Die exotische 5er- Serie der 80er wird zunächst noch fortgesetzt. Einen Höhenflug gab es 1990. Oelde erreicht in der Vorrunde einen 2. Platz hinter Münster (mit den Bundesligisten Dirk und Olaf Wille.) Auf  Berg Fidel in Münster folgt dann die Hauptrunde der Landesmeisterschaft. Oelde fährt BRONZE ein, vor ihnen sind nur Münster und Schiefbahn. Das Team: Ulli Voßhans, Torsten Köchling, Ludger Westphal, Herbert Overbeck, Jörg Gössling, Ersatz Uwe Weinekötter, Norbert Stemmer.  In der nächsten Runde zum Bundesliga- Aufstieg überlassen die Schwalben  wieder Münster den Vortritt.  1991, 1993 gibt es weitere Anläufe. Nach 10 Jahren gibt es das letzte AUS in Alsdorf. Ein AUS für immer ?

Auch die Oberliga- Geschichte gerät ins Wanken. Das 80er Jahrzehnt geht auf das Konto von Overbeck / Voßhans, aber 1990 entrinnen sie knapp dem Abstieg, der sich aber 1991 nicht vermeiden lässt. Bleiben sie die letzten Oberliga- Giganten in Oelde ?  Teams werden neu zusammen gestellt.  1992 erreichen Overbeck/ Lauenstein wieder einen Aufstiegsplatz. Ludger Westphal und Jörg Gössling übernehmen 1993 die Oberliga- Verantwortung. Ihnen traut man eine große Zukunft zu. Aber schon nach 2 Jahren zieht sich Westphal zurück und die Vertretung Gössling/ Köchling steigt erneut ab. War es das mit der Oberliga ?

Anfang der 90er Jahre spielen ansonsten :  Filbrandt / Weinekötter, Köchling/ Westphal, Gössling / Lauenstein, Voßhans/ Köchling. Hurra, 1992 lohnte sich wieder eine Schüler- Vereinsmeisterschaft, mit Christian Grabies, Olaf Stöcker, Axel Wienstroer, Sergej Dworak, Dominic Niemeyer, Michael Kliewe,  Dominik Somfleth, Sabri Ayuaci. Es siegten Grabies / Stöcker.  In die Schüler- Meisterschaftsrunde stiegen Wienstroer / Stöcker und Grabies / Somfleth ein.  1993 steigen Michael und Torsten Kliewe ein. Liga-Teams : M.Kliewe / Grabies, Niemeyer / Somfleth.

Ab 1994 wird das Traditionsturnier nur noch am Samstag durchgeführt, Das alte Oberliga- Turnier am Sonntag entfällt. Es gibt immer weniger Mannschaften und eine Turnierteilnahme wird immer seltener angenommen. Damit hatten die alten Pokale ( GLOCKE und STADT OELDE) zwangsweise ausgedient.  Der Anton-Eversloh- Gedächtnis-Pokal wird neu eingesetzt.

1995 fahren die Jugend-Mannschaften mehr und mehr Punkte ein:  Grabies /Kliewe,  Niemeyer/ Kliewe.  Aber die Nachwuchs- Gruppe schmilzt mal wieder zusammen. Auch bei den Senioren ist der Trainingsbetrieb gefährdet. Nur noch in der Verbandsliga sind aktiv: Gössling / Köchling, Overbeck / Voßhans halten die Stellung. 1996 erreichten natürlich wieder die Altgedienten einen Oberliga- Aufstiegsplatz. Aber es war keiner da, der diesen wahrnehmen wollte.  Die Jugend kam  weiter bis zum Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft. Bernhard Rose erhält die Schiri- Bundesliga- Lizenz.

1997 erfolgt eine neue Initiative und Umstrukturierung.  Heinz Josef Schürmann tritt nach etlichen Radball- Jahrzehnten auch als Abteilungsleiter kürzer, behält organisatorische Aufgaben. Herbert Overbeck übernimmt die Senioren Trainingsleitung, Heinz-Ulrich Voßhans übernimmt die Jugendarbeit.  In der Verbandsliga schwächeln Gössling / Lauenstein , während Overbeck / Voßhans mal wieder einen Aufstiegsplatz ins Oberhaus belegen.  Christian Grabies und Michael Kliewe spielten schon bei den Junioren und Torsten Kliewe war mit Martin Nopto in der Jugendklasse unterwegs. Bei der Schüler- Vereinsmeisterschaft erfindet Ulli Voßhans eine Rad- Olympiade für die Neuen: Marko Hottler, Matthias Voßhans (Sieger), Patrick Dörner, Michael Winter, Marius Nahrmann, Patrick Güthues, Mirco Dörner.
Anlässlich dieses „Aufwindes“ stiftete die Alt-Schwalbe und Unternehmer Ferdi Probst vier Jugend-Räder. Damit ging es auch in der Meisterschaft wieder rund: Neben Grabies / Kliewe und Nopto/ Kliewe stiegen Nahrmann / P. Dörner und M. Voßhans / Güthues mit frischem Mut bei den Schülern ein.

1998 ging wieder eine Ära zu Ende:  In der Verbandsliga sind Overbeck / Voßhans mal wieder SPITZE.  Mit diesem Höhepunkt gehen sie als Mannschaft nach 25 gemeinsamen Radball- Jahren endgültig auseinander.
Die schon älteren Jugendlichen tragen eine eigene Vereinsmeisterschaft aus: M. Kliewe, D. Niemeyer, T. Kliewe, Chr. Grabies, Andy Clemens.  Bei den Schülern können ganz erfreulich vier Teams gebildet werden: M. Voßhans/ M. Dörner, M. Nahrmann/ Florian deVries, M. Winter/ M. Krümpel, P. Dörner/ Julian Thimm.  Nahrmann / deVries  siegten. Beim Traditions-Turnier blieb der Eversloh-Pokal erstmals in Oelde, Overbeck / Lauenstein siegten.

1999 gab es wieder starke Umbrüche: Grabies / M. Kliewe mußten altersbedingt in der Jugendklasse aufhören. Andere hörten auf, es geriet einiges durcheinander. Für die Saison 2000 sollten stabile Verhältnisse und ein Neu- Aufbau mit den B-Schülern folgen: M. Voßhans / deVries, Winter/ Thimm.  Bei den Älteren blieben noch Martin Nopto und Torsten Kliewe.  Etwas weiteren Aufschluss für die Zukunft im neuen Jahrtausend  gaben die Nachwuchs-Teams der Schwalbe-Vereinsmeisterschaft  mit Nahrmann / Mark Oen, M.Voßhans/ J. Thimm,  Winter /Krümpel, deVries/ Stefan Voßhans, Ersatz Felix Thimm. Immer wieder aufsteh‘n- immer wieder sagen „Es geht doch !“

Wie schon angeklungen ist, brauchten die Tourenfreunde mit dem Start in 1989 nur einen kurzen Anlauf, um voll im Vereins- Geschehen zu stehen. Hier noch einmal die Männer der ersten Stunde : Reinhard Kassanke, Heinz Greshof, Heinz-Dieter Schomakers,  Walter Scholz, Manfred Möller, Heinz Laukötter, Karl Kermer, Norbert Hochstetter, Stefan Feldmann, Richard Brüggenkamp, Karl Dieter Besemann. Ab 1991bis 1995  kamen hinzu: Axel Becker, Hartmut Benthin, Heinz-Werner Brüggenkamp, Klaus Händler, Christoph Haver, Martin Lafeld, Franz Lingnau, Carsten Lohmann, Bernhard Morisse, Philipp Pott, Jürgen Recker, Günter Rolf, Peter Schwee, Gregor Schweins, Herbert Stövesand, Martin Stutenbäumer, Peter Winkelnkemper, Uwe Nauermann,, uvm.

Um Heinz-Dieter Schomakers bildete sich ein starkes Team. 1991 wurde das erste Rennrad- Trikot in neon-rosa aufgelegt. Schnupper-Fahrten brachten weiteren Zulauf. Bei der Kreismeisterschaft wurden die ersten Erfolge eingefahren: Beim Zeitfahren waren dabei: Karl Kermer, Axel Becker, Manfred Möller, Norbert Hochstetter, Friedhelm Voßwinkel.  Ausflugs- Ziele z.B. Kloster Vinnenberg, wurden angesteuert, RTF’s im Umfeld gefahren. 1992 gab es weitere Ansprechpartner für Schnuppertouren und Trainingsbetrieb: Günter Rolf, Carsten Lohmann. Weitere Ziele wurden angesteuert: Möhnesee, Teuto, Stimm Stamm, Tecklenburg, etc.  Ludger Wilcke galt als schnellste Schwalbe. Kreismeisterschaft 1993 wieder dabei: Kermer, Lohmann, Laukötter, Becker, Wilcke. Das Frühjahrs- Zeitfahren bestritten Axel Becker, Dieter Schomakers, Herbert Stövesant, Heinz Laukötter. Axel Becker war auch Kreis- Bester.  Von der Premiere der RTF „Oelder Schwalbentour“ in 1995 war schon die Rede. In der 2. Hälfte der 90er stiegen ein: Rosi Rolf, Martin Stutenbäumer, Thomas Bartels, Bernd de Boer, Jacek Boron, Dieter Edelmeier, HaJo Kößler, Mario Lohmeier, Edi Masuch, Uwe Müller, Ingo Recker, Thomas Westenhorst.

1996 wurde eine 2-Tages-Tour ins Leben gerufen. Laukötter / Möller zeigten sich mal wieder verantwortlich. 1997 wurde Jan Ullrich Sieger der Tour de France und wurde zum Held aller Rennfahrer. High-Lights 98: Zwei-Tages-Tour nach Bentheim, holländische Grenze. Radtour „rund um Oelde“, Saisonabschluss.  Auf dem Vereinsabend erhielt HaJo Kößler den Besten-Pokal, den zuvor Heinz Laukötter (2x) und Manfred Möller (2x) erhalten hatten.

1999 konnte schon ein kleiner 10-Jahres-Rückblick gehalten werden. Die 5. Schwalbentour – RTF erhielt wieder eine hohe Anerkennung. Die 2-Tages-Fahrt ging  in diesem Jahr nach Holzminden. Dabei eine Frau, die erst mit dem 1.1.2000 offiziell dazu gehörte: Sabine Fölling. Schwalben waren bei den HEW-Classics in Hamburg dabei, der zweiten Haus-Strecke von Dauer-Tourer Eberhard Berger. Der Kahle Asten wurde erstürmt, bei einem Rennen in Holland machten de Boer und Hochstetter Schwalbe-Reklame. Die 10-Jahre-Tourer-Jubelfahrt Oelde-Rheda bei bestem Wetter unter der Begleitung des Vorsitzenden Stemmer,  wurde zu einem unvergesslichen Ereignis für die zahlreichen Mit-Radler. Zu einem Höhepunkt und Mysterium geriet unterwegs die Siegerehrung zum besten Zeitfahrer. Dieter Schomakers hatte dazu eine Ausrechnung angestellt, für die die Bezeichnung „DrExcel-Liste“ erfunden werden musste. Kameraden um Heinz Laukötter konnten die Auswertung nicht so schnell nachvollziehen und kamen schnell zur Siegerehrung wie errechnet: Der Tourenwart Schomakers war wohl nicht der Schnellste gewesen aber anscheinend und irgendwie der Beste, also der SIEGER.
Die Saison- Abschlussfahrt wurde wegen Regen zu einem Abschlussgang… zum Kegeln bei Düppmann in Lette. Auf dem Vereinsabend gab es klare Resultate. Die Besten RTF- Wertungen hatten eingefahren: Edi Masuch, Thomas Westenhorst, Bernd de Boer, Heinz Laukötter. Der Abteilungs- und Verdienstpokal ging an Thomas Westenhorst. Somit waren auch die Schwalbe- Straßenfahrer bestens gerüstet für den Jahrtausend-Sprung.

"Hallo" lieber Leser / liebe Leserin der Schwalbe-Vereinsgeschichte.

Mit dem Jahr 1999 schließt diese Seite ab, das Fortsetzungs-Jahrzehnt ab 2000

Folgt auf der nächsten Seite. Die Aufbereitung wird aber noch eine Weile andauern.

Falls jemand, wie schon einige Male geschehen, weitere interessante Bilder einreichen kann, besteht die Chance, dass diese noch nachträglich eingebaut werden.

Es grüßt... der Chronist ... Norbert Stemmer

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