Bad Arolsen ist es nicht geworden, denn Hofgeismar  (20 km nordwestlich von Kassel) bot einfach die größte Unterkunftsmöglichkeit: Die Evangelische Tagungsstätte stellte sich frisch renoviert in wunderschöner Umgebung als hervorragendes Hotel heraus. Petra sei Dank. Diesmal konnten wir es auch besser genießen, da wir schon am Freitag Mittag aufbrachen. Ja, die Region war mal wieder radtechnisch anspruchsvoll mit vielen Höhenmetern gespickt. Möglicherweise hat das einige abgeschreckt, wir waren dieses Jahr zu zehnt. Aber wir wurden mit einer wunderschönen Landschaft, herrlichen Ausblicken, idyllischen Flusslandschaften und historischen Städtchen besonders am Samstag entschädigt.  Zuerst mussten wir aber uns dieses durch eine verregnete Hinfahrt verdienen. Das Gewitter war angekündigt, den dunklen Wolken aus Westen konnten wir nicht entkommen auch wenn es schon vor 12 Uhr los ging. Es hörte dann später zwar auf aber nass waren wir. Und dazu kamen kühle 14 Grad. Gegen 17:30 Uhr waren wir am Ziel. Später, nach der ersten Maßnahme gegen die akute Unterhopfung in der Cafeteria (Bier stand bereit und man zahlte direkt in die Kasse) marschierten wir müde in die Stadt zum Italiener. Der Regen des Tages war da schon wieder vergessen. Besonders die Wetteraussichten für Samstag und Sonntag waren sehr gut. Am Samstag morgen wollte sich keiner auf ein dreckiges Rad setzten und so organisierte Bümmi dann tatsächlich einen Wasserschlauch. Putzzeug hatte er sowieso dabei. Also schrubbte jeder erstmal den Dreck von seinem Rad und wir schmierten die Ketten. Dann ging es los ostwärts durch den Reinhardswald (wäre für Reinhard auch das perfekte Terrain) zur Weser. Nach 15 km schon 200 hm. Das begann schon heftig. Die Weser überquerten wir mit der Fähre um dann dem Weserradweg 7 km Richtung Süden zu folgen. Die Flusslandschaft ist nicht umsonst bei unzähligen Radreisenden beliebt. Dann riefen wieder die Berge, wir bogen Ostwärts ab. Nach der ersten Pause folgten wir der Hügellandschaft Richtung Thüringen. Grandiose Ausblicke über Getreidefelder mit roten Mohnsprecklern verschlugen oftmals den Atem. Immer wieder standen dafür auch ordentliche Steigungsprozente auf den Tachos. Unser Ziel war ein kleines Café im Rittergut Besenhausen, ca. 4 km südlich von Friedland. Hier am Dreiländereck (Niedersachsen, Hessen und  Thüringen) verlief früher die innerdeutsche Grenze. Ein altes Grenzhäuschen erinnerte daran. Danach stießen wir in Witzenhausen auf unseren zweiten Flussradweg an der Werra. Ihr folgten wir 20 km bis Hann.Münden. Dort wo Werra und Fulda zur Weser werden wartete Bümmi bereits und wir gingen einmal durch die Altstadt mit den vielen Fachwerkhäusern. Danach ging es weiter, wir folgten zunächst der Fulda Richtung Kassel um dann über die noch ausstehenden 200 hm nordwestlich wieder nach Hofgeismar zurückzugelangen. Alle waren müde aber begeistert von der Tour, einige auch mit einem ordentlichen Sonnenbrand, und mal wieder richtig hungrig. Das alte Brauhaus in der Fußgängerzone wartete. Bei leckerem Essen und einigen Hausschoppen ließen wir den Tag ausklingen. Am Sonntag Morgen machten wir uns auf den Rückweg. Die Höhenmeter steckten noch in den Beinen. Die Ortsschild Sprints fanden weniger statt und bei einigen längeren Anstiegen wurde es still wenn jeder der eine mehr, der andere weniger am kämpfen war. Die Pausentreffpunkte mit Bümmi klappten einwandfrei. Es wurde immer heißer. Wir tösteten uns in Salzkotten damit, dass die Marathonläufer deren Strecke wir zufällig teilweise folgten wohl noch mehr geschwitzt haben müssen. Erschöpft erreichen wir den Hof Cramer (zwischen Benteler und Mastholte) und ruhten uns bei Kuchen und alkoholfreiem Erdiger im Schatten des Biergarten aus. Dann standen die letzten 20 km an. Gegen 16 Uhr erreichten wir dann wieder Oelde. Als Zusammenfassung hier einige WhatsApp Kommentare:

„Eine der schönsten Fahrten der letzten Jahre - mit Trainingslager-charakter! Super gut!“

„Nicht ganz leicht, aber richtig schön! Service, Strecken, Cafés und Restaurants - alles fein!“

„Ein Hammer Wochenende welches ein Tourerherz höherschlagen lässt“

GPS: Hinweg: Track, Samstag: Track, Rückweg: Track

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